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Soziokratie

Soziokratie, setzt sich zusammen aus den beiden Bestandteilen
 
  • Socius (lat.) = Gefährte, Bundesgenosse, Kamerad
  • kratein (griech.) = Herrschaft, Kraft, Macht
 
Mit „Socius“ ist eine Gruppe von Menschen gemeint, die ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsame Vision haben. Und diese Gruppe herrscht gemeinsam, trifft die Grundsatz- und Rahmenentscheidungen im Konsent auf der Basis von Argumenten. Das Argument regiert, nicht mehr die Position. 
Solche gemeinsam getroffenen Entscheidungen haben Kraft und führen zu machbaren Lösungen, die von allen getragen werden.
 
Soziokratie (lat. socius = Gefährte, griech. kratein = regieren) ist ein Modell der Steuerung und Entscheidungsfindung in Prozessen und Organisationen, das von der Gleichwertigkeit aller Beteiligten ausgeht. Wichtigste Prinzipien sind, dass nur dann eine Entscheidung getroffen wird, wenn keine/r der Anwesenden einen schwerwiegend begründeten Einwand hat (= Konsentprinzip oder Kein-Einwand-Prinzip) und dass alle in einem Kreis zur Entscheidung beitragen.

Geeignet

  • zur Moderation von Sitzungen.
  • um gemeinsam Entscheidungen zu treffen.

  • als kooperatives Organisationsmodell für Gruppen, Organisationen und Unternehmen.

Prinzipien

  • Alle Beteiligten haben die gleichen Möglichkeiten der Mitsprache und jedes Argument zählt (Gleichwertigkeit der Beteiligten – Primat des Arguments).
  • Einwände werden als noch nicht gehörte Argumente vom Moderator umgewandelt und konstruktiv verwendet ModeratorIn und Kreismitglieder sind gemeinsam verantwortlich für das Gelingen der Entscheidungsfindung.

Die vier Grundprinzipien der Soziokratie sind:

  1. Das Konsentprinzip* 
Eine Entscheidung gilt dann, wenn kein Teilnehmer/keine Teilnehmerin einen schwerwiegenden und argumentierten Einwand gegen einen zu fassenden Beschluss hat (ist kein Vetorecht, sondern das Aushandeln auf der Basis von nachvollziehbaren Argumenten).
  2. Die Organisation in Kreisen
Ein Kreis ist eine Gruppe von Menschen, die regelmässig zusammenkommen und ein gemeinsames Ziel erreichen wollen. In diesem Kreis werden alle Grundsatzentscheidungen getroffen, ausgeführt und ihre Zielerreichung gemessen.
  3. Doppelte Koppelung der Kreise (soziokratisches Organisationsmodell)
Die Verbindung zwischen zwei Kreisen besteht aus einer doppelten Verknüpfung. Einmal wird von oben eine LeiterIn bestimmt, dann von unten ein/e DelegierteR gewählt. Das bedeutet, dass wenigstens zwei Personen eines Kreises an der Beschlussfassung im nächst höheren Kreis beteiligt sind.
  4. Die soziokratische Wahl von Personen 
FunktionsträgerInnen und Delegierte werden nach offener Besprechung und mit Konsent* gewählt.

* Konsent ist nicht Konsens. Konsent heisst nicht „Ja, ich stimme zu!“, sondern „Ich habe keinen schwerwiegenden Einwand dagegen“. Ein solcher Beschluss wird in dem Kreis gemeinsam und kreativ auf der Basis von Argumenten gefunden und liegt dann innerhalb des Toleranzbereiches jeder Mitwirkenden im Hinblick auf ein gemeinsames Ziel.

Die Soziokratie wurde in den Niederlanden von Gerard Endenberg auf der Grundlage der Ideen des Sozialreformers Kees Boeke entwickelt.